Informationsverarbeitung in Organismen

Für mich galt lange Zeit, dass Nerven – und eigentlich nur Nerven – Informationen zwischen Zellen austauschen können. Das Bewusstsein hängt existentiell von einem funktionierenden Nervensystem ab – ohne Nervensystem kein Bewusstsein.
OK, Theologen verschiedenster Provenienzen haben da eine andere Sichtweise. Aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zur biologischen Kommunikation: es gibt da noch die chemischen Botenstoffe aller Art: Hormone, Pheromone, die Informationen innerhalb oder zwischen Organismen versenden.

Aber wie kommt es, dass Pflanzen einander vor Schädlingsbefall warnen können? Pflanzen haben ja keine Nerven. Gut, wir haben bei der GFBG vor allem von Professor Wagner gelernt, wie umfangreich und differenziert Pflanzen innerhalb des eigenen Organismus und mit ihrer Umwelt kommunizieren. Auch mit der Biologin Florianne Koechlin hattten wir Kontakt, und viele ihrer Texte und Erkenntnisse sind auf der Homepage des Blauen-Instituts zugänglich. Inzwischen gibt es eine grosse Anzahl von Leuten und Institutionen, die sich mit dem Thema Pflanzen und Informationsverarbeitung beschäftigen. Hier ist eine weitere Sammlung wunderlicher Tatsachen und Meinungen zur pflanzlichen Informatik: „The secret electromagnetic life of plants

Eine ketzerische Ansicht vertreten Stuart Hameroff und Roger Penrose, die einen Informations-Verarbeitungsmechanismus innerhalb einzelner Zellen – und eine Art von Elementarbewusstsein auf dieser Stufe postulieren. Hameroff beschreibt, wie Einzeller eine Art von intelligentem Verhalten an den Tag legen und sich zweckmässig in ihrer Umgebung verhalten können. Dass das Postulat von Hameroff und Penrose auch nach 20 Jahren keinen weiteren Anklang gefunden hat, beweist meiner Ansicht nach bloss, dass es weit weg ist von der allgemeinen Lehrmeinung. Über die Wahrscheinlichkeit, ob deren Orch-OR-Hypothese die Natur zutreffend beschreibt oder ob sie leere Spekulation ist, sagt das bescheidene Echo ihrer Arbeit nichts aus.

Hier in dem unten verlinkten Scientific American-Artikel  nun ist eine weitere Sicht auf die Kommunikation zwischen Zellen, ohne Nerven publiziert worden:

Cells Talk and Help One Another via Tiny Tube Networks

Long-overlooked “tunneling nanotubes” and other bridges between cells act as conduits for sharing RNA, proteins or even whole organelles

Diese Kommunikatonskanäle scheinen mir eine interessante Zwischenstufe zwischen Nerven und ungezielten chemischen Botenstoffen zu bilden.

Wieder etwas, das ich nicht gewusst hatte – was auch immer das heissen mag.

Markus Jordi

Vorschau für YouTube-Video „Interview mit Prof. Dr. Edgar Wagner“ ansehen

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